Wie ich arbeite
Je nachdem mit welchem Anliegen Sie zu mir kommen, werden wir in 1-2 stündigen Terminen gemeinsam erarbeiten, um was es Ihnen geht und welchen Beratungsweg Sie einschlagen möchten. Dadurch ergibt sich dann das weitere Vorgehen.
Es liegt mir am Herzen, dass jeder Mensch seine eigenen persönlichen und einzigartigen Anlagen erkennen und entfalten kann. Eingefügt in das eigene persönliche Umfeld, das hilfreich sein kann zu beleuchten, um daran zu wachsen, neue, andere und erfüllende Wege zu gehen und letztlich um das eigene Potential entfalten zu können.
TREUE gegen sich selbst, GÜTIG gegen andere.
Konfuzius
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Abrechnung nach Zeitaufwand 80 - 120 Euro pro Stunde nach Absprache
Vorträge + Fortbildungen + Thementage:
Die Angebote werden individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Die Kosten werden entsprechend berechnet und mit Ihnen abgestimmt.
Aus dem Leben
Interview mit Susanne, 35 Jahre
Wie erleben Sie Ihre Hochsensitivität und wie macht sich diese bemerkbar?
Ich nehme vieles wahr, was um mich herum geschieht. Gespräche am Nebentisch, Musiktitel, Dekoration... auch Stimmungen von mir bekannten oder fremden Menschen nehme ich oft wahr. Wenn viel los ist in einem Raum – viele Menschen, viele unterschiedliche Geräusche, viele visuelle Reize – kann ich mich schwer auf eine Sache konzentrieren, wie z.B. ein Gespräch mit einer Person. Nach Tagen mit vielen visuellen oder akustischen Reizen, aber auch mit viel Informationen, fühle ich mich sehr erschöpft und habe das Gefühl, dass ich mehrere Tage möglichst reizlos brauche, um wieder auftanken zu können.
Wann und woran haben Sie gemerkt, dass Sie eine hochsensitive Wahrnehmungsfähigkeit haben?
Richtige bewusst wurde mir es erst vor ein paar Jahren. Als ich mich mit dem Thema Hochsensibilität bzw. hochsensitive Wahrnehmungsfähigkeit auseinandersetzte, habe ich bemerkt, dass viele Eigenschaften die da beschrieben waren, auf mich zutreffen.
In diesem Zug sind mir ganz viele Ereignisse eingefallen, die ich jetzt verstehen konnte. Beispielsweise war ich nie eine Freundin von Diskotheken oder Konzerten, allgemein Veranstaltungen mit vielen Menschen. Damals dachte ich, ich müsse da mitmachen, sonst gehöre ich nicht dazu. Ich dachte sogar, dass ich nicht „normal“ sein kann, wenn ich daran keinen Spaß empfinden kann. Heute weiß ich, dass solche Veranstaltungen einfach nicht zu mir passen, weil ich dafür zu viel wahrnehme und deshalb mit Erschöpfung und Migräne darauf reagiere.
Mir ist dann auch erst richtig bewusstgeworden, dass ich oft mehr höre und rieche als meine Mitmenschen. Auch dass ich Gefühle von Personen wahrnehmen kann, wurde mir erst bewusst, als ich mich in das Thema eingelesen habe. Vorher dachte ich, es geht jedem Menschen genauso. Die anderen können nur besser damit umgehen.
Wie ging es Ihnen mit Ihrer Hochsensitivität in Ihrer Kindergarten- und Schulzeit?
Damals wusste weder ich, noch meine Eltern und Lehrer, dass ich Hochsensibel bin. Ich war sowohl in Kindergarten und Schule sehr angepasst und habe versucht, so zu sein wie die anderen. War ich aber nicht. Mein größter Wunsch war es „normal“ zu sein und auch zu einer Clique zu gehören. Ich habe nie wirklich dazu gehört. Also war ich innerlich sehr einsam. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, ich habe funktioniert. Am Lernen hatte ich nie große Freude. Allerdings habe ich in der Grundschulzeit viel gemalt und die Hausaufgaben verziert – vielleicht war das meine Art, mich zu erholen und auf eine Sache zu konzentrieren. Sport und in der Natur sein waren auch ein guter Ausgleich. In der Pubertät vor allem dann die Musik.
Was hätte oder hat Ihnen in Ihrer Kinder- und Jugendzeit geholfen mit dieser Begabung umzugehen?
Ich wusste in der Kinder- und Jugendzeit nichts von der Begabung und fand mich deshalb seltsam.
Was hätte mir geholfen? Einfach das Wissen und Verstanden werden, dass ich diese Begabung habe. Dass es eine Begabung ist und dass ich nicht sein muss, wie meine Mitschüler. Ich darf so sein, wie ich bin und dass es gut so ist. Auch das Verständnis von Eltern und Lehrer hätte mir sicherlich geholfen.
Welche Vorteile sehen Sie in Ihrer Hochsensitivität?
Ich denke, dass ich die meisten Sachen sehr bewusst erlebe und mache. Da ich nicht so gut filtern kann, kann ich mich besser auf Eines konzentrieren und bin dann ganz bei der Sache.
Gespräche führen ist oft leicht, da ich die Gefühle und die Worte zwischen den Zeilen wahrnehmen kann und somit schnell zum eigentlichen Kern kommen kann.
Vielleicht ist es auch ein Vorteil das große Ganze leichter zu erfassen, weil ich einfach vieles wahrnehmen kann, was manch anderer gar nicht sieht oder hört.
In meinem Beruf, als Musikerin, ist es sicher ein Vorteil vieles um mich herum wahrzunehmen. So kann ich auf die Stimmungen der Gäste gut eingehen und reagieren. Außerdem spiele ich mit sehr viel Gefühl.
Was raten Sie aus Ihrer Erfahrung heraus Familien, Pädagogen und Betroffenen, damit die Hochsensitivität nicht zum Problem, sondern zur Bereicherung wird?
Das Kind so sein lassen, wie es ist. In der Familie genug Ruhemomente einbauen und zu Hause wenige Reize haben (Radio, TV, Medien...). Was ja dann schon vom Verständnis ausgeht, dass das Kind Erholungsmomente braucht. In der Gesellschaft sind oft Freizeitaktivitäten hoch angesehen, die viele Reize in sich tragen. Diese nur selten machen, reizarme Aktivitäten machen auch viel Spaß.
Wenn das Verständnis der Umgebung, Eltern und Pädagogen da ist, ist sehr viel gewonnen. Dann hilft es hochsensitiven Kindern sicher, wenn die Erwachsenen Interesse haben, wie das Kind Situationen wahrnimmt. Als Erwachsener zeigen „Hey, du kannst da was, was ich nicht kann. Erzähl mir davon“ und die Antwort ernst nehmen. Ebenso wäre es sehr hilfreich, wenn es möglich wäre über diese Veranlagung offen sprechen zu dürfen ohne dabei befürchten zu müssen ausgegrenzt zu werden!
Vielen Dank für das Interview!
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